Indikationen

Wofür der DuoSonic eingesetzt wird

Die Zweckbestimmung des DuoSonic, für die das Konformitätsbewertungsverfahren nach der Medizinprodukteverordnung läuft, umfasst ausschließlich die folgenden vier Indikationen. Diese Beschränkung ist uns wichtig, denn bei einem Medizinprodukt gehört sie zur Seriosität dazu.

Indikation · ICD-10 M79.1

Myofasziales Schmerzsyndrom

Schmerzen, die vom Muskel und seiner Bindegewebshülle ausgehen, oft mit druckempfindlichen Verhärtungen (Triggerpunkten), die in andere Körperregionen ausstrahlen. Typisch im Bereich von Nacken, Schultern und Rücken.

Indikation · ICD-10 M62.8

Muskelverspannungen und muskuläre Funktionsstörungen

Dauerhaft erhöhte Muskelspannung, Steifheit und eingeschränkte Beweglichkeit, etwa durch einseitige Belastung, Fehlhaltung oder Stress.

Indikation · ICD-10 M62.83

Muskelspasmen

Unwillkürliche, oft schmerzhafte Muskelkontraktionen, vom akuten Krampf bis zur reflektorischen Schutzspannung.

Indikation · ICD-10 M79.9

Weichteilbeschwerden

Beschwerden in Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien, die keiner spezifischeren Diagnose zugeordnet sind.

Myofasziale Beschwerden bei craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) behandeln wir künftig mit einem eigenen Gerät: dem DuoSonic Dental für die Behandlung von Kiefergelenk und Kaumuskulatur in Zahnarzt- und CMD-Schwerpunktpraxen. Er ist in Entwicklung.

Das Wirkprinzip

Warum es wirkt: Zwei Mechanismen, beide wissenschaftlich gestützt

Die therapeutische Wirkung beruht auf definierten mechanischen Schwingungen im Bereich von 10 bis 150 Hertz (Hz). Zwei Mechanismen sind in diesem Frequenzbereich klinisch am besten belegt, und sie erklären, warum die Frequenzwahl im Behandlungsablauf eine therapeutische Entscheidung ist.

Schmerzmodulation über den Gate-Control-Mechanismus

Mechanische Schwingung aktiviert schnell leitende Aβ-Mechanorezeptoren. Nach der Gate-Control-Theorie hemmen diese schmerzweiterleitende Signale auf Rückenmarksebene. Der Effekt ist bei etwa 100 Hz am ausgeprägtesten; deshalb lässt sich am Ende einer Sitzung automatisch eine 100-Hz-Phase zuschalten.

Regulation des Muskeltonus

Fokale Schwingung im Bereich von etwa 50 bis 100 Hz stimuliert Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorgane und moduliert die spinale Reflexaktivität. Das trägt zur Senkung der Muskelspannung bei, weshalb hier im unteren Frequenzbereich gearbeitet wird.

Belegt u. a. durch Melzack & Wall 1965 · Lundeberg 1984 (n=366 bzw. n=267 über 18 Monate) · Staud et al. 2011 · Casale et al. 2014 (doppelblind, 100 Hz, n=30). Vollständige Literaturangaben in der Gebrauchsanweisung. Technische Beschreibung und Frequenzeinordnung auf der Seite Technik & Daten.

Der Ablauf

Eine Behandlung, Schritt für Schritt

Kontraindikationen prüfen

Aktive Implantate, akute Thrombose, Hämatome, maligne Prozesse, akute Entzündung oder offene Wunden im Behandlungsgebiet schließen die Behandlung aus (vollständige Übersicht).

Applikator und Tiefe wählen

Großer Applikator für Flächen und große Muskelgruppen, kleiner für Hände, Füße, Gesicht und kleine anatomische Strukturen. Soft für empfindliche und oberflächliche Regionen, Deep für tiefe Muskulatur.

Frequenz und Intensität einstellen

Über die Körperkarte den Muskel auswählen und die hinterlegten Startwerte übernehmen oder manuell einstellen. Immer mit niedriger Intensität beginnen.

Behandeln

Direkt auf bloßer Haut, ohne Druck, langsam entlang des Muskelverlaufs oder punktuell auf dem Triggerpunkt. Für kleine Strukturen wie Hände, Füße und Gesicht wechseln Sie auf den kleinen Applikator.

Timer läuft ab

Das Gerät beendet die Behandlung automatisch. Optional schaltet es zum Abschluss eine Phase bei 100 Hz zur Schmerzmodulation zu.

Applikatoren aufbereiten

Reinigen und desinfizieren nach jeder Behandlung. Kein Gel bedeutet: kein Schallkopf zu putzen, keine Rückstände auf der Liege.

Vordefinierte Behandlungsprogramme

Für die häufigsten muskuloskelettalen Indikationen sind Programme bereits hinterlegt. Über die Körperkarte auf dem Touchdisplay werden Muskel und Triggerpunkt ausgewählt und das Gerät schlägt entsprechend die passenden Parameter vor. Jeder Wert kann von Hand angepasst werden: Die Programme sind eine Starthilfe, keine Vorgabe.

Das ist der Grund, warum sich die Behandlung delegieren lässt. Nach der Einweisung muss niemand Frequenzen im Kopf haben, und zwei Behandelnde gelangen bei gleichem Befund zur selben Einstellung.

Wie die Steuerung im Detail aufgebaut ist, steht unter Technik & Daten.

Die Therapeutin setzt den großen Applikator ohne Koppelgel direkt an der Schulter der Patientin an, beide lächeln.

Was das für den Praxisablauf heißt

  • Schmerzfrei. Die Behandlung schmerzt nicht, auch nicht an Gelenken, Hals oder im Gesicht. Das erleichtert es, eine mehrwöchige Serie problemlos abzuschließen.
  • Delegierbar. Nach der Einweisung führt geschultes Fachpersonal die Behandlung durch.
  • Standardisierbar. Timer und hinterlegte Parameter machen die Behandlung über Behandelnde hinweg reproduzierbar.
  • Mobil. 5,1 kg im Koffer, für Zweitstandorte, Hausbesuche und Vereinsbetreuung.
  • Wahrnehmbar. Patienten spüren und hören die Behandlung. Das steigert die Akzeptanz merklich und macht den Wert der Behandlung nachvollziehbar, gerade bei einem Verfahren, das die meisten noch nicht kennen.

Behandlungsdauer 10–15 Minuten · 2 Sitzungen pro Woche · Serie von etwa 3–6 Sitzungen je Patient.

Sicherheit

Kontraindikationen im Überblick

Der DuoSonic darf ausschließlich von geschultem medizinischem Fachpersonal angewendet werden. Diese Übersicht ist eine Kurzfassung. Verbindlich ist allein die Gebrauchsanweisung.

Absolute Kontraindikationen

Eine Behandlung darf nicht durchgeführt werden bei:

  • Aktiven Implantaten: Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren (ICD), Insulinpumpen oder anderen elektronisch gesteuerten Implantaten
  • Akuter Thrombose oder Thrombophlebitis im Behandlungsgebiet
  • Prellungen, Hämatomen oder akuten (inneren) Blutungen im Behandlungsgebiet
  • Malignen Tumoren im oder in unmittelbarer Nähe des Behandlungsgebiets
  • Akuten Infektionen oder Entzündungen mit lokaler Überwärmung, Rötung und Schwellung
  • Offenen Wunden, frischen Operationsnarben (< 6 Wochen) oder infizierter Haut im Behandlungsgebiet

Relative Kontraindikationen

Behandlung nur mit erhöhter Vorsicht und gegebenenfalls nach ärztlicher Rücksprache:

  • Schwangerschaft: Keine Anwendung an Abdomen oder Lendenwirbelsäule; an den Extremitäten nur nach ärztlicher Rücksprache
  • Epilepsie: Nur unter ärztlicher Aufsicht, insbesondere im Kopf- und Halsbereich
  • Ausgeprägte Osteoporose: Reduzierte Intensität und Vorsicht über stark osteoporotischem Knochen
  • Sensibilitätsstörungen: Intensität besonders sorgfältig wählen, da die Rückmeldung der Patienten eingeschränkt sein kann
  • Metallimplantate im Behandlungsgebiet (Endoprothesen, Platten, Schrauben): Intensität bei Beschwerden reduzieren

Mögliche unerwünschte Wirkungen

Während oder nach der Behandlung können vorübergehend leichte lokale Hautrötung, eine vorübergehend erhöhte Empfindlichkeit im behandelten Areal, ein muskelkaterähnliches Gefühl sowie leichtes Unbehagen während der Behandlung auftreten. Diese Reaktionen sind in der Regel temporär und bilden sich innerhalb kurzer Zeit selbstständig zurück.

Nach Fachrichtung

Zwei Wege, den DuoSonic einzusetzen

Dieselbe Technik, zwei unterschiedliche wirtschaftliche Logiken. Welche passt zu Ihrer Praxis?

Fachrichtung 01

Orthopädie, Sportmedizin, Schmerztherapie

In der orthopädischen Facharztpraxis trifft der DuoSonic auf die höchste Dichte an Patienten mit myofaszialen Schmerzen, Muskelverspannungen und Weichteilbeschwerden sowie auf ein Umfeld, in dem individuelle Gesundheitsleistungen längst Routine sind.

Praktisch relevant ist der Delegationsaspekt: Die Behandlung selbst bindet keine Arztzeit. Nach der Einweisung führen medizinische Fachangestellte oder Fachkräfte für Sporttherapie die Sitzung durch, während die ärztliche Leistung in Befund, Indikationsstellung und Verlaufskontrolle liegt.

Fachrichtung 02

Physiotherapie

Die Physiotherapie ist der größte Markt für muskuloskelettale Behandlung. Der DuoSonic passt in Praxen jeder Größe, besonders dort, wo mit hohem Durchsatz behandelt wird und wo das eigene Angebot bewusst über das Standardmaß hinausgeht.

Der stärkste Hebel ist dabei nicht die Technik, sondern die Wahrnehmbarkeit: Eine Behandlung, die Patienten spüren und hören, ist sofort nachvollziehbar.

Zur Abrechnung

Wie Sie die Behandlung in Ihrer Praxis abrechnen, entscheiden Sie im Rahmen der für Sie geltenden Gebührenordnung und passend zu Ihrem Praxismodell. Bei Fragen dazu helfen wir Ihnen gerne weiter: Sagen Sie uns, wie Sie arbeiten, und wir stellen Ihnen die passenden Informationen zusammen.

Sehen Sie es sich in Ihrer Praxis an.

Vorführung vor Ort oder online, fachliche Einweisung inklusive. Rückmeldung auf Ihre Anfrage am selben Tag.